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Partizipative Workshops mit Jugendlichen zum Thema finanzieller Verbraucherschutz


Im Auftrag der Verbraucherzentralen führte die matrix GmbH & Co. KG gemeinsam mit dem Fe:male Innovation Hub Workshops an Düsseldorfer Schulen durch. Dabei sollten die Jugendlichen selbst mitgestalten, wie eine digitale Budgetanwendung aussehen soll, die im Projekt „Meine Finanzen, mein Leben im Griff!“ der Verbraucherzentrale NRW aktuell geplant wird.

Phase 3 der Ko-Kreativen Workshops

Die Anwendung soll Kindern und Jugendlichen helfen, sich einen Überblick über ihr Budget, ihre Einnahmen und Ausgaben sowie ihre Wünsche und Planungen zu verschaffen. Die Auseinandersetzung mit alltagsnahen Fragestellungen und praktischem Finanzwissen, z. B. zu Geschäftsfähigkeit, zum Kaufvertragsrecht oder zur Vorsorge, wird dabei Bestandteil des Tools sein. Dabei sollen sie zudem lernen, mit dem notwendigen Wissen sicher und selbstbestimmt auch mit neuen, digitalen Finanztechniken umzugehen und diese selbstbewusst nutzen zu können.

Partizipativer Ansatz

Um inhaltlich und gestalterisch den Bedarfen der Zielgruppe gerecht zu werden und sowohl Wissbegierde als auch Spaß an der Nutzung zu wecken, entsteht die Anwendung in Zusammenarbeit mit Schüler*innen, Lehrer*innen, Elternverbänden, Universitäten und Fachexpert*innen. Deswegen wurden Workshops mit Schüler*innen in Düsseldorf durchgeführt, um ihre Erwartungen zu erfahren.

Arne Klauke, der das Projekt bei der matrix leitete, betont die Bedeutung des partizipativen Ansatzes: „Bei der Konzeptentwicklung haben wir den Ansatz der Ko-Kreation genutzt. Die Jugendlichen, die das digitale Tool letztendlich nutzen sollen, wurden in den Prozess einbezogen und es soll auf ihre Lebenswirklichkeit angepasst werden: Welche Apps nutzt die junge Zielgruppe bevorzugt, aus welchen Gründen und wie kann ein vermeintlich trockenes Thema wie Finanzplanung für sie interessant und vielleicht sogar unterhaltsam gestaltet werden?“ Innerhalb der Workshops sollten nicht nur die entscheidenden Kernfunktionen einer digitalen Budgetanwendung herausgearbeitet werden, sondern auch Gründe, um eine solche App zu nutzen und sich Finanzthemen zu widmen.

Unter dem Leitmotto „Meine Finanzen, mein Leben im Griff!“ setzten die Jugendlichen sich zunächst mit wichtigen Fragestellungen rund um das Erwachsenwerden auseinander:

  • Was bleibt am Ende des Monats von meinem Taschengeld übrig?
  • Kann ich mir den Rucksack leisten?
  • Welche Bezahlmöglichkeiten gibt es und worauf sollte ich bei digitalen Zahlungsweisen achten?
  • Was muss ich bei einer Ratenzahlung bedenken? Und was ist eigentlich ein Lastschriftverfahren?

Der Umgang mit Geld will gelernt sein und ist mit allerhand Fallstricken gespickt.

Dokumentation des Konzeptworkshops

In den partizipativen Workshops lernten die Jugendlichen agile Methoden kennen, um ihre Anforderungen an eine solche digitale Anwendung zu definieren. Dabei entwickelten sie Persona, das sind Zielgruppenstellvertreter, um die Bedürfnisse ihrer Altersgruppe zu definieren. Im nächsten Schritt erarbeiteten die Teilnehmenden in einem World Café, welche Funktionen in einer digitalen Anwendung nötig sind.

An dem Projekt nahmen das Walter-Eucken-Berufskolleg Düsseldorf mit einem eintägigen Workshop und die Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße mit einem dreitägigen Workshop teil. Das gesammelte Wissen und die Anforderungen fließen dabei in den weiteren Prozess der Erstellung der digitalen Anwendung ein.

Hintergrund

Durchgeführt wird das Projekt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung der Verbraucherzentrale des Saarlands.

Umfragen belegen regelmäßig, dass die Finanzkompetenzen junger Menschen in Deutschland bei Weitem nicht ausreichend sind. Beispielsweise bewerten laut einer Forsa-Umfrage lediglich acht Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren ihre Finanzkompetenzen als „sehr gut“ bis „gut“ (Forsa W² Jugend-Finanzmonitor 2018). Die Umfrage zeigt zudem, dass die Unsicherheit der Jugendlichen mit der Komplexität der Finanzthemen wächst. Kinder und Jugendliche benötigen ökonomisches Grundwissen, sie sollten wirtschaftliche Zusammenhänge und grundlegende Verbraucherrechte kennen. Sie sollten lernen, den Alltag finanziell zu meistern, ihre kurzfristigen und langfristigen Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten und Überschuldung zu vermeiden.