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Buddys gegen Studienzweifel


matrix entwickelt im Rahmen des Projektes Next Career einen Buddy-Leitfaden für Hochschulen

Thomas zweifelt seit längerem an seiner Studienwahl. Er informiert sich im Internet, findet allein jedoch keine Lösung für sein Problem. In die Studienberatung zu gehen, traut er sich nicht – zu groß ist die Hemmschwelle. Wie ihm geht es vielen jungen Menschen, die an ihrem Studium zweifeln, Unterstützung wird oft im persönlichen Gespräch mit Freund*innen, Bekannten und Familienmitgliedern gesucht. Thomas wird auf das Buddy-Programm seiner Hochschule aufmerksam. Dort kann er sich einer studentischen Mentorin anvertrauen, die zuhört, wichtige Informationen weiterleitet und ihm so hilft, neue Orientierung zu gewinnen. Durch eine Peer-to-Peer-Beratung kann Studienzweifel massiv entgegengewirkt werden. Daher hat matrix im Rahmen des Projektes Next Career einen Buddy-Leitfaden für Hochschulen entwickelt.

Buddy-Leitfaden für Hochschulen

Mit dem Projekt Next Career, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) in Auftrag gegeben wurde und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, werden die Themen Studienzweifel und Studienausstieg enttabuisiert und Beratungsangebote intensiviert. Um nachhaltige Strukturen an Hochschulen zu etablieren und niederschwellige Angebote für Studierende zu schaffen, hat matrix nun die Möglichkeiten und Chancen von studentischen Buddy- und Mentoring-Programmen untersucht. Die Ergebnisse wurden in einem Leitfaden auf der Projektseite veröffentlicht.

Ein Buddy-Programm als Hilfsangebot bei Studienzweifel birgt viele Vorteile und setzt ein Prinzip fort, das im Hochschulkontext fest verankert ist: Studierende helfen Studierenden. In der Peer-to-Peer-Kommunikation findet der Austausch auf Augenhöhe statt, die Hemmschwelle ist für Studienzweifler*innen durch den informellen Charakter geringer als bei einer professionellen Beratungssituation. Die Hochschule auf der anderen Seite übernimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung und verdeutlicht, dass sie für die Bedürfnisse ihrer Studierenden eintritt. Durch den effektiven Einsatz von Hilfsangeboten wie Buddy-Programmen wird ihnen Orientierung geboten, zugleich wird ein wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit geleistet, u. a. indem fehlgeleitete Bildungsinvestitionen vermieden und Studienplätze sinnvoll genutzt werden.

Bei der Erstellung des Leitfadens ist matrix folgendermaßen vorgegangen:

  • Eine Vielzahl von bereits bestehenden Buddy- und Mentoring-Programmen wurde analysiert und in einer Onlinebefragung differenziert hinterfragt.
  • Es wurden Interviews mit sechs Expert*innen geführt, deren konkrete Erfahrungen und Expertise in den Leitfaden eingeflossen sind.
  • Der Leitfaden wurde bewusst allgemein gehalten, damit er auf die spezifischen Gegebenheiten der Hochschule angepasst werden kann.

Von dem Wissen und den Erfahrungen der 33 Programme lassen sich wertvolle Implikationen ableiten, die Hochschulen bei der Entwicklung ihres eigenen Buddy-Programms für Studienzweifler*innen helfen können. Interessierte erfahren, welche Faktoren es bei der Entwicklung eines Buddy-Programms zu beachten gilt, wie es sich von professionellen Beratungsangeboten unterscheidet und wie Studierende zur Beteiligung aktiviert werden können. Im Leitfaden erhalten sie außerdem nützliche Hinweise zu den Themen Konzeptentwicklung, Matching, Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsmanagement.

Buddy-Leitfaden für Hochschulen

Folgende Schritte sind bei der Entwicklung eines Buddy-Programms entscheidend:

  • Hochschulinterne Abstimmung und Offenlegung von Ressourcen
  • Konzept zur Gewinnung und Qualifizierung der Buddys
  • Ansatz zur zielgruppengerechten Ansprache von Studienzweifler*innen
  • Kontinuierliche Begleitung und Weiterentwicklung des Programms

Weitere Informationen zum Projekt Next Career, den beteiligten Akteur*innen und relevanten Ergebnissen erhalten Sie hier: Zur Next Career-Website.

Für die Durchführung des Projektes hat das MKW NRW die matrix GmbH & Co. KG beauftragt. Die Projektlaufzeit ist zunächst für einen Zeitraum bis Dezember 2020 ausgelegt.